26.01.2013 Spezia Calcio – Hellas Verona 0:1
26.01.2013, 15:00 Uhr: Spezia Calcio – Hellas Verona 0:1 (0:0)
23. Spieltag - Serie bwin
Stadio Alberto Picco
Zuschauerzahl: 7253
Tore: Cacia (81.)
Spielfreie Zeit ist bekanntlich verlorene Zeit und so starteten 4 Mann freitagabends in der Saalemetropole, um ihre wöchentliche und so dringend benötigte Dosis „Fußball“zu bekommen.
Über bekannte Strecken ging es recht zügig voran und der erste größere Zwischenstopp wurde am „Rheinparkstadion“ in Vaduz eingelegt. Unter Sternenhimmel und bei arktischen Temperaturen wurde das von schneebedeckten Alpgipfeln umringte Kleinod bewundert. Da Vaduz uns außer Kälte, Schnee und Bankfilialen nichts bieten konnte, ging es recht bald weiter gen Italien.
Ein paar Kilometer südlich wurde erneut ein „auf der Strecke liegendes“ Stadion erspäht und ein paar Klettereinlagen später konnte das „Stadio Ennio Tardini“ in Parma von den Traversen aus besichtigt werden.
Um die recht teure italienische Autobahnmaut zu sparen ging es die letzten 130km über Landstraßen weiter. Dummerweise(da vertraut man dem Navi einmal) führte der Weg durch einen mir bis zu dem Zeitpunkt nicht bekannten Nationalpark, der ausschließlich aus engen Serpentinen und noch engeren Dörfern – die durchaus Mittelalterflair ausstrahlten – zu bestehen schien. Das Videospiele durchaus sinnvoll sein können zeigte sich spätestens jetzt: in bester Rallyemanier (ein Hoch auf das gute alte „Colin McRae Rally’98“ mit seinen Bergetappen) wurden die engen Kehren genommen. Der Kutscher war sichtlich in seinem Element und hatte seinen Spaß beim Kurvenschnippeln und Dauerschalten. Dem Beifahrer jedoch wurde mit zunehmender Dauer leicht flau im Magen und die Köpfe der schnarchenden Fondbesatzung schwangen fröhlich in jeder Kurve mit (kein Wunder, dass sie später Kopfschmerzen hatten).
Nach 2 Stunden fröhlichem Kurvenfahren (die Rückbank hat es ja zu ihrem Glück verpennt) steuerte der inzwischen leicht genervte Chauffeur das Vehikel auf den Parkplatz des „StadioAlberto Picco“ in der sympathischen Hafenstadt La Spezia und die ganze Besatzung vollführte nach dem Aussteigen nahezu synchron eine papstähnliche (da bodenküssende) Bewegung, dies wurde vom Fahrer als Bestätigung seiner Fahrkünste aufgefasst.
Einen Stadtbummel bei herrlichstem Sonnenschein an der Hafenpromenade und eine Pizza später zog es uns gen Stadion und um 28 Euro ärmer enterten wir die Bude und fanden uns pünktlich zum Anpfiff auf der Haupttribüne wieder. Der schöne Ground konnte durch die interessante Bauart der Heimkurve punkten. Durch unsere Plätze am äußeren Rand des Blockes hatten wir eine gute Sicht in den Gästeblock, der überraschend gut aufgelegt und ordentlich gefüllt war und kurz vor Schluss auch eine Rauchsäule in den Himmel steigen ließ.Die Heimkurve um die Ultras Spezia konnte dagegen nicht überzeugen und fand nur selten den Weg in unseren Gehörgang.
Das Spiel bestand vorwiegend aus Abtasten, Fehlpässen und beiderseitiger Nervosität. Man kann nicht davon sprechen, dass Spezia den unbedingten Siegeswillen hatte und so fiel 9 Minuten vor Schluß der Führungstreffer der Blau-Gelben, welche letztlich verdient die Punkte mitnahmen.
Die nicht ganz freundschaftliche Beziehung zwischen beiden Vereinen kulminierte im Austausch von allerhand höflichen Gesten und Rufen,welche uns nicht nur belustigten sondern auch durchaus zum Mitmachen animierten(man will ja nicht auffallen)
Nach dem Spiel schoben wir uns durch den schwarz-weißen Tross und begaben uns rasch zum Auto, schließlich lagen noch 250 Kilometer Autobahn vor uns.
Geschrieben von Martin ;)