Christi Himmelfahrt in Österreich (2013)

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Christi Himmelfahrt (oder ostdeutsch: Männertag) ist ja bekanntlich einer der angenehmeren Feiertage im Jahr, da reichlicher Alkoholkonsum nicht nur toleriert, sondern nahezu erwartet wird.
Eine Jenenser Hopperfraktion wollte in diesem Jahr aber einen Bruch mit der Tradition wagen und sich kulturell weiterbilden, also wurde recht schnell Nägel mit Köpfen gemacht und schon war man auf dem Weg zu einem Besuch der besten Amateurszenen Österreichs.
Die Fahrt verlief wie so oft ohne Probleme und recht zügig wurde das Fahrzeug im Herzen Rosenheims abgestellt und sich gen Jahnstadion gemacht. Heute sollte dort nämlich das Finale des bayerischen Landespokals zwischen Jahn Rosenheim und Wacker Burghausen ausgespielt werden und wenn man schon mal in der Nähe ist, nimmt man das doch direkt mit. Unter der heißen südlichen Sonne wurde die Bude schnell gefunden, doch der Preis von stolzen 10 € für ein Ticket schreckte etwas ab…hm, was tun?
Bei der obligatorischen Runde um den Ground herum auf der Suche nach einem Guckloch ward recht schnell ein Baum gefunden der – genau auf Höhe der Mittellinie positioniert – sich als durchaus leicht erkletterbar erwies und den Aufstieg mit guter Sicht auf das Grün belohnte. Von hier aus wurde also die erste Halbzeit geschaut und kurz vor dem Pfiff zum Pausentee hieß es für uns Abschied nehmen, da wir pünktlich in Salzburg zur dortigen Regionalligapartie der Austria gegen die Gäste aus Kufstein sein wollten.

Die Grenze zur Alpenrepublik wurde schnell und gemäß den Anweisungen eines Songs (der Klassiker eines jeden Grenzübertritts) einer Jenenser Untergrund-Punkband (der geneigte Kenner kann sich schon denken was und wer gemeint ist J) vollzogen und ein Parkplatz in Nähe des mit dem wohlklingenden Namen „My Phone Austria Stadion“ gestraften Sportplatzes gefunden.

09. Mai 16:00 Uhr: SV Austria Salzburg - FC Kufstein 1-1 (1-0)
Salzburg-Maxglan, MyPhone-Austria-Stadion, 1.120 Zuschauer

7 Euro ärmer fanden wir uns auf der der Tribüne gegenüberliegenden Seite des Platzes ein und verfolgten unter strahlendem Sonnenschein die Partie des stolzen Salzburger Fußballvereins, der so eine lange und aufregende Historie sein Eigen nennen darf. Der geneigte Leser wird die Geschehnisse des Sommers 2005 sicherlich noch vor Augen haben, alternativ sei eine Internetrecherche nicht nur empfohlen, nein: sogar PFLICHT.

Ein Ausflug in die Niederungen des österreichischen Fußballs – genauer in die Regionalliga West – lohnt primär eher nicht wegen des Gezeigten auf dem Rasen, unser Ziel heute war die Inspizierung der Szene des SVAS, genauer der „Union Ultrà“. Sie nehmen den rechten Teil der Tribüne ein und haben – bedingt durch die Historie – viel Freiraum bei ihrem Verein. Der Support gefiel mir ganz gut und wusste auch durch dauerhaften Fahneneinsatz und recht abwechslungsreichen Liedgut zu überzeugen. Lautstärke war auch ordentlich, aber eben nicht vergleichbar aufgrund fehlender Kenntnis sonstiger Auftritte. Die von Bildern bekannten Zaunfahnen waren auch alle vertreten, so dass man durchaus von einer gewissen Szene-Konstanz reden kann- einzig die Vereinsfarben violett-weiß fielen negativ ins Gewicht .
Im Gedächtnis blieb der stolze und zurecht geäußerte Schlachtruf: WIR haben Austria Salzburg gerettet! (an dieser Stelle gehen Grüße raus an einen gewissen Sääääääändschie. Wer ihn findet darf ihn behalten. Der olle Gurkenhals :D)P5090016.JPGP5090014.JPGP5090019.JPG
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Anschließend wurde sich gen Hostel aufgemacht und die wunderschöne Salzburger Altstadt erkundet. Empfohlen sei an dieser Stelle der Aufstieg Richtung Festung: auf halber Strecke kommt ein Aussichtspunkt mit herrlicher Aussicht auf die im Talkessel vor einem liegende Stadt. Mit der einen oder anderen Hopfenkaltschale lässt es sich hier sehr gut auch länger aushalten.
Nach der obligatorischen Pizza begab man sich auf den Heimweg und ließ den Abend entspannt bei Plaudereien mit dem Wirt und den anderen Gästen in der Hostelbar ausklingen.
Ich möchte mich nicht aus dem Fenster lehnen wenn ich behaupte, dass wir an dem Abend wohl die beliebtesten und gefragtesten Gäste in der Unterkunft waren und zum Dank für unseren Besuch überreichte uns der Inhaber noch eine Fahne eines unwichtigen rot-weißen Vereins, der angeblich auch in Salzburg beheimatet sein soll. Noch nie gehört, im Namen kam irgendwas mit Bullen vor. Mal googlen welcher Hinterwälderverein das wohl sein mag.


Um unseren Aufenthalt in der Mozartstadt nicht noch mehr auszudehnen ging es morgens recht zügig zum Auto und die 130km bis in die Stahlstadt Linz wurden in Angriff genommen. Das erste Anlaufziel war ein kleiner Fotostop am Donauparkstadion, ein kleiner aber feiner Ground direkt hinter dem Deich des Namen gebenden Flusses, in dem bis zum Aufstieg in die Erste (also zweite) Liga der FC Blau-Weiß Linz kickte. Allzu viel gab es hier aber nicht zu entdecken und da der Mittag nahte und sich die Mägen bemerkbar machten, verschlug es uns gen Zentrum.
Nach kurzem Sightseeing in der doch recht schönen Innenstadt (u.a. der riesige Mariä-Empfängnis-Dom) wurde sich eine Lokalität auf dem Hauptplatz gesucht und eine Stärkung zu sich genommen.
Nachmittags ging es endlich wieder dem Fußball entgegen und so suchten wir das „Linzer Stadion“ - nach seiner Lage auf der gleichnamigen Anhöhe auch Gugl genannt – und enterten für stolze 15 Euro das erschreckend leere und trostlose Rund.

10. Mai 19:00 Uhr: FC Blau Weiss Linz - SV Horn 2-1 (2-0)
Linz, Linzer Stadion, 650 Zuschauer

Ach du Sch****. Das und noch viel mehr ging mir durch den Kopf als ich meinen Blick durch das Stadion schweifen ließ. Linz als abgeschlagener Tabellenletzter mit gleichzeitigem Boykott der Heimszene gepaart mit dem pünktlich vor Anpfiff einsetzenden Regen sorgten nicht für den sicher erwartenden Zuschauerandrang seitens des Vereins, sondern für eine der trostlosesten Szenerien die ich in meiner Fußballkarriere erblicken durfte. Naja, was soll’s.
Das Spiel plätscherte vor sich hin und Linz gewann – wohl für die meisten überraschend – doch recht souverän gegen die Gäste aus Horn. Zum Auftritt der Jungs und Mädels von den „Pyromanen“ lässt sich also rein gar nichts sagen, mit einem ihrer Mitglieder kam man dann noch ins Gespräch und wurde über die Hintergründe des Boykotts und die aktuelle sportliche Situation des Vereins aufgeklärt.
Netterweise hatte der Referee alsbald Einsehen und pfiff das Grauen äääh das Spiel ab.

Auf uns warteten nun noch 520 Kilometer zurück in Saalemetropole, die doch recht bald wieder erreicht wurde. Nach einer kleinen Mütze Schlaf (2-3 Stunden) war die Nacht allerdings schon wieder beendet und ein neuer Trip stand an: die Kicker des Torgelower SV Greif riefen zum Duell gegen den glorreichen FCC und das will man sich doch nicht entgehen lassen: ein neuer Ground mit dem schönen Namen „Spartakusstadion“ in nordöstlichsten Zipfel Mecklenburg-Vorpommerns- dort, wo gar nichts mehr ist; da lacht das Herz des Fussballfreunds.IMAG0557.jpg
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In diesem Sinne,

Freundschaft!

Köstritz-Ex

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